Internetzensur im Iran

Seit einigen Tagen befinden wir uns im wunderschönen Iran. Neben der unglaublich warmherzigen iranischen Gastfreundschaft habe ich leider auch gleich eine der Schattenseiten dieses Landes zu spüren bekommen: die umfangreiche Zensur des Internets. Da auch WordPress davon betroffen ist, ist es mir derzeit nicht möglich, weitere Artikel auf meinem Blog zu posten. Ich versuche, die gesperrten Seiten über ein VPN-Netzwerk zu umgehen, wie sich auch Iraner zu helfen wissen. Dank eines iranischen Freundes konnte ich damit Verbindung zur Außenwelt aufnehmen.

Nur so viel vorab: Wir haben Georgien nach einem Besuch der Seilbahnstadt Chiatura, einem längeren Aufenthalt in der Hauptstadt Tbilisi und einem Ausflug in den Kaukasus bereits mit dem Nachtzug nach Armenien verlassen. In Armenien haben wir einige Ausflüge von der Hauptstadt Yerevan unternommen und sind nach einigen Tagen weiter in den Süden des Landes nach Tatev getourt, um eines der beeindruckendsten armenischen Klöster zu besichtigen. Weiter ging es auf einem irakischen Tanklaster bis zur iranischen Grenze, die wir zu Fuß überquerten. Dort fuhren wir per Anhalter in die nächste gelegene Stadt Jolfa und weiter nach Tabriz. Unsere ersten Tage im Iran waren von der überwältigenden iranischen Gastfreundlichkeit geprägt. Wir wurden von wildfremden Leuten auf der Straße angesprochen und willkommen geheißen, durch die Stadt und Bazare geführt, auf einen Tee und sogar nach Hause eingeladen. Wir sind gespannt, wie es in der Hauptstadt und vor allem im Süden des Landes weiter geht.

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Auf Wiedersehen in Georgien

Besonders viel gab es in der Hauptstadt der Türkei ja nicht zu entdecken, also fuhren wir gleich am nächsten Morgen mit dem Güney Ekspresi in modernen Großraumwagen nach Kayseri, das in der Mitte des Landes liegt. Die Schnellfahrstrecke hatten wir längst hinter uns gelassen: für die 380 km benötigten wir sieben Stunden. In Kayseri gab es erst mal einen Notfall zu verarzten, da Martin sich eine üble Entzündung im rechten Auge zugezogen hatte. Während er ins Krankenhaus fuhr, schaute ich mir die Innenstadt an, in der es eigentlich nichts zu sehen gab. Das Zentrum Kayseri erstreckt sich entlang mehrstreifiger Straßen, einer Stadtbahnstrecke und entbehrt einer Fußgängerzone, in der ich hätte warten wollen. Nach nur zwei Stunden kam Martin mit drei Medikamenten erleichtert wieder. Jetzt galt es, den Busbahnhof zu finden, weil wir noch am Abend in Kappadokien ankommen wollten. Gerade noch so konnten wir den netten Teppichhändler auf der Straße dahin abwimmeln, auch wenn er uns auf einen guten Tee bei sich im Basar eingeladen hätte. Aber wir hatten es eilig, zum Bus zu kommen, bevor der Sandsturm in ein Gewitter umschlagen sollte. Weiterlesen „Auf Wiedersehen in Georgien“

Türkisch für Fortgeschrittene

Da war ich schon in Istanbul. Zwei Wochen sind seit dem Beginn meiner Reise vergangen – Zeit also, vorsichtig ein erstes Fazit zu ziehen. In dieser kurzen, ersten Zeit konnte ich interessante Reisebekanntschaften knüpfen, habe in jedem Land mit Einheimischen Kontakt aufnehmen können und wurde um so manche Grenzerfahrung reicher. Das Gefühl des Alleinreisens, das mir zugegebenermaßen vor Beginn der Reise etwas Sorgen bereitet hat, wollte ich schon nach wenigen Tagen nicht mehr missen. Als Alleinreisender trifft man ständig und überall freundliche Menschen, auf der Straße oder im Hostel. Genau diese Reisebekanntschaften machen für mich den Reiz des Reisen aus, weil man aus jeder einzelnen Begegnung etwas mitnimmt. Da mich mein Freund Martin von nun an für die nächsten fünf Wochen begleitet, heißt es für mich erst einmal, meinen Reisestil umzustellen. Aber das gemeinsame Reisen zu zweit hat auch Vorteile: so wird man wiederum ganz anders wahrgenommen und kann sich vor allem austauschen. Weiterlesen „Türkisch für Fortgeschrittene“

Stippvisite in Dresden

Nordostrumänien. Die Nacht war kurz, da John und Andrea schon um sechs Uhr morgens zur Arbeit mussten. Sie brachten mich zum Bahnhof, in dem ich in eines der Schließfächer mein Gepäck einschloss. Die Stadt Botoșani war mir kein unbeschriebenes Blatt, da ich hier schon einmal vor fünf Jahren auf einer Osteuropareise mit Tim vorbei gekommen war. Der Charme dieser 100.000-Einwohner-Stadt erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Nur eingefleischte Dresdner und andere Verrückte erkennen auf den zweiten Blick, dass der hiesige Trambetrieb mit ehemaligen Dresdner Straßenbahnen betrieben wird. Bevor es nach Bukarest weiterging, wollte ich hier einen Zwischenstopp einlegen und schauen, was sich seitdem verändert hatte. Die Hauptstraße, die vor fünf Jahren noch unbefestigt war, ist nun ausgebaut. Auch der Bahnhof wurde grundlegend saniert und ist kaum wiederzuerkennen. Beim Einstieg in einen schwarz-gelben Tatrawagen wurde ich passend mit einem Guten Morgen, Dresden-Aufkleber der Morgenpost begrüßt. Dem Zielfilm zufolge fuhr mit der Linie 1 nach Cotta. Weiterlesen „Stippvisite in Dresden“