Im Heimatland des Plovs

Rückblick Teil 3, Usbekistan. Isolation, Zensur und Personenkult ade. Nach fünf Tagen Transit durch Turkmenistan traf ich in Usbekistan wieder auf neugierige und freundlichere Menschen. Ich möchte Usbekistan aber nicht über den grünen Klee loben, auch hier ist’s mit den demokratischen Werten nicht weit her. Innenpolitisch wird das Land von Präsident Karimov geführt, wieder so ein Unabhängigkeitsdinosaurier. Nicht, dass einer glaubt, ich bevorzugte Diktaturen auf meiner Reise – diese Länder, und davon abgesehen spannenden Kulturen, liegen nunmal auf meinem Weg.  Weiterlesen „Im Heimatland des Plovs“

Werbeanzeigen

Auf einen Tee nach Bergkarabach in den Iran

Die zehnstündige Nachtzugfahrt nach Yerevan hätte gern noch etwas andauern können: kurz vor sieben Uhr waren wir schon in Armeniens Hauptstadt angekommen. Per Metro und pedes steuerten wir erst einmal unser Hostel an. Der öffentliche Nahverkehr ist hier nicht besonders gut aufgestellt. Die wenigen, äußerst selten verkehrenden Trolleybuslinien werden von einem unübersichtlichen Dieselbusnetz chinesischer Busse der Chinaaid sowie unzähliger Taxis ergänzt. Die meiste Zeit liefen wir zu Fuß, auch wenn eine innerstädtische Taxifahrt gerade einmal 1000 Dram, also weniger als zwei Euro kostet, oder eine Metrofahrt 20 Cent.

Ankunft unseres Nachtzugs in Yerevan aus Tbilisi
Yerevan, 6:55 Uhr. Ankunft unseres Nachtzugs aus Tbilisi

Weiterlesen „Auf einen Tee nach Bergkarabach in den Iran“

Die verschollene Freundin von Tbilisi

Nach einer Woche georgischer Pampa hielt das Land doch noch ein paar Überraschungen für uns parat. Für die Fahrt nach Tbilisi fiel die Verkehrsmittelwahl aus Zeitgründen wieder einmal auf eine unbequeme, gefährliche, aber schnelle Mitfahrt in der Marschrutka. Georgier sehen das ähnlich und finden es indes bequemer als mit dem Zug – verkehrte Welt. Alles umsonst, wie sich später herausstellte. Gegen drei Uhr nachmittags erreichten wir den etwas chaotischen Busbahnhof nebst Zentralmarkt am Stadtrand von Tiflis. Mit der Metro ging es ins Zentrum, wo wir eine deutsche Freundin, Esther, die ich in Riga kennengelernt habe, treffen wollten. Trotz mehrmaliger Kommunikationsversuche, haben wir uns jedes Mal an den vereinbarten Treffunkten verfehlt. Nachdem auch der dritte Anlauf missglückt war – es war inzwischen acht Uhr abends – gaben wir auf und gingen in die nächste Kneipe, um übers Internet ein Bett für den heutigen Abend ausfindig zu machen. Da Esther am nächsten Morgen die Stadt verließ, wissen wir bis heute nicht, wie sich die Ereignisse nun wirklich zugetragen haben. Weiterlesen „Die verschollene Freundin von Tbilisi“

Auf Wiedersehen in Georgien

Besonders viel gab es in der Hauptstadt der Türkei ja nicht zu entdecken, also fuhren wir gleich am nächsten Morgen mit dem Güney Ekspresi in modernen Großraumwagen nach Kayseri, das in der Mitte des Landes liegt. Die Schnellfahrstrecke hatten wir längst hinter uns gelassen: für die 380 km benötigten wir sieben Stunden. In Kayseri gab es erst mal einen Notfall zu verarzten, da Martin sich eine üble Entzündung im rechten Auge zugezogen hatte. Während er ins Krankenhaus fuhr, schaute ich mir die Innenstadt an, in der es eigentlich nichts zu sehen gab. Das Zentrum Kayseri erstreckt sich entlang mehrstreifiger Straßen, einer Stadtbahnstrecke und entbehrt einer Fußgängerzone, in der ich hätte warten wollen. Nach nur zwei Stunden kam Martin mit drei Medikamenten erleichtert wieder. Jetzt galt es, den Busbahnhof zu finden, weil wir noch am Abend in Kappadokien ankommen wollten. Gerade noch so konnten wir den netten Teppichhändler auf der Straße dahin abwimmeln, auch wenn er uns auf einen guten Tee bei sich im Basar eingeladen hätte. Aber wir hatten es eilig, zum Bus zu kommen, bevor der Sandsturm in ein Gewitter umschlagen sollte. Weiterlesen „Auf Wiedersehen in Georgien“

Erste Etappe (Dresden – Košice)

Auf einmal ging alles ganz schnell. Mein Rucksack, der zwar schon seit Wochen rudimentär gepackt war, entbehrte noch immer irgendetwas. Dann schrieb ich die letzte Mail, blickte noch einmal auf die handgeschriebene Liste und stellte fest, dass ich noch immer nicht alles erledigt hatte, bevor ich endlich abreisen wollte. Einmal alle Aufgaben und Projekte zu Ende zu stellen bevor ein neuer Abschnitt beginnt, bleibt wohl für immer meine Illusion. Den idealen Abreisetag gibt es nicht, man muss einfach losfahren. Wochen-, ja fast monatelang habe ich diese Abreise geplant. Seit meiner Diplomprüfung Ende April hatte ich mich intensiver um meine bevorstehende Reise gekümmert. Neben einer vernünftigen Reise- und Fahrplanung, stellte ich mir die Frage, was ich überhaupt mitnehmen möchte oder: wie ich mein Leben auf 50 Liter reduzieren könne. Ohne Globetrotter wäre das wohl schwieriger geworden. So konnte ich das Gewicht einiger Utensilien wie Schlafsack oder Handtuch deutlich reduzieren. In erster Linie hieß es aber, auf fast alles zu verzichten. Mein Wunschgewicht von 12 kg konnte ich leider nicht ganz einhalten. Ich bin gespannt, wie ich mit vier T-Shirts, fünf Unterhosen, ebenso wenig Paar Socken und zwei Pullovern ein halbes Jahr auskommen werde. Weiterlesen „Erste Etappe (Dresden – Košice)“